Die Offenbarungen des Unbewussten im Seelenleben vom geisteswissenschaftlichen Gesichtspunkt
Wenn ich einen Baum gesehen habe und weggehe, so kann ich die Vorstellung des Baumes wieder vergegenwärtigen, kann mich erinnern dadurch, dass ich die Vorstellung in mir erwecke, wenn ich sie schon am Baum erweckt habe. Will ich den Baum wieder erleben, so muss ich wieder hingehen zu dem Baume. So auch ist es gerade dem geistigen Erlebnis gegenüber. Dieses geht ebenso wenig mit mir, macht den Weg meines Seelenlebens nicht mit, sondern nur dasjenige, was ich mir vorgestellt habe, kann ich mir als Vorstellung erinnern. Nur dann, wenn man das kennt, kann man unterscheiden zwischen dem, was man erlebt, und [dem], was man sich bloß als Vorstellung gebildet hat.
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GA 71b/1918-02-18/p046 · edition original