Die Offenbarungen des Unbewussten im Seelenleben vom geisteswissenschaftlichen Gesichtspunkt
Es kann sich darum handeln, dass jemand im Geistigen ein Ereignis unbewusst erlebt hat. Es bleibt dem Traum gegenüber auch ihm unbewusst. Das Ereignis hat sich zugetragen, zugetragen in dem Verhältnis des Menschen als Geist zur geistigen Welt. Das, was aber nun als Traum auftritt, das ist ein äußeres Umgestalten, indem verwendet wird zu dem, was ganz im Unterbewussten bleibt, dasjenige, was der Mensch als Sinnesreiz und so weiter hat. Das ist das Kleid, das der Traumdramatik angezogen wird. Das ist die Bildlichkeit. Man kann etwas erleben, wodurch man eine solche Spannung erlebt, und diese sich löst dadurch, dass man einem geistigen Ereignis entgegentritt. Das kann der eine erleben, indem er auf einen Berg steigt, ein Hindernis findet, der andere dadurch, dass er an eine Türe geführt wird, in ein Labyrinth hinein, der Dritte kann dasselbe Ereignis in anderer Weise erfahren. Nicht auf das kommt es an, was die Traumbilder hintereinander sagen, sondern auf die innere Dramatik, auf das, was bildlos hinter dem Traum lebt. Das ist ein geistiges Reales, und das, was da dahinter liegt, erforscht der Geistesforscher, indem er in das wirklich Geistige hineinsieht.
Cite:
GA 71b/1918-02-18/p061 · edition original