Die Offenbarungen des Unbewussten im Seelenleben vom geisteswissenschaftlichen Gesichtspunkt

GA 71b/1918-02-18/p068 ·1918-02-18 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Dieses Geistige würden wir nicht sehen, würden wir nicht schauen, wenn unser Leib nicht irgendwie krankhaft wäre. Dadurch, dass er es ist, dadurch macht sich das Geistige geltend. Der Geistesforscher sieht das Geistige, indem er im Geistigen darinsteht; der Halluzinierende sieht ein Geistiges in einer krankhaften, unmöglichen Weise, eigentlich, indem er sein normal Leibliches für die sinnesmäßige Anschauung partiell ausgeschaltet hat. Dadurch aber auch ist das Auftreten einer geistigen Anschauung, die wir nicht in unserer Gewalt haben, immer ein Kennzeichen für irgendeine kranke Leiblichkeit. Man kann sagen: Es ist begreiflich, dass die Menschen glauben, dass selbst Forscher glauben, dass uns ein wirkliches Geistiges entgegentritt bei solcher krankhaften Leiblichkeit; aber es ist zu verwerfen, irgendetwas zu tun, welches herbeiführt die Erkrankung des Leiblichen zur geistigen Anschauung. Der Weg, der zu der zwangsmäßigen Vision führt, ist vom geisteswissenschaftlichen Standpunkt aus zu verwerfen, weil er ein Förderer wäre für das Krankwerden des menschlichen Organismus. Und derjenige, welcher die geisteswissenschaftlichen Methoden, wie sie in meinem Buch «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» beschrieben werden, so verkennt, als ob diese Methoden irgendwie dazu verführen könnten, das zu kultivieren, was sie gerade verpönen, der verleumdet diese geisteswissenschaftlichen Methoden. Sie werden im umfassenden Sinn allerdings verleumdet.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/71b/1918-02-18/p068.json
Cite: GA 71b/1918-02-18/p068 · edition original