{"corpus":"steiner","locus":"GA 71b/1918-02-18/p069","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Es kann aber auch das eintreten, dass gewissermaßen die kranke Leiblichkeit die Sinne ansteckt, dass dadurch die Sinne in ein anderes Verhältnis kommen - ich kann das nur im Allgemeinen erwähnen -, dass die Sinne in ein anderes Verhältnis zur gewöhnlichen Umgebung kommen. Im gewöhnlichen Leben nimmt man so die Umgebung wahr, wie Sie sie kennen. Es kann eintreten, dass durch Veränderung des Sinneslebens das in der Umgebung wahrgenommen wird, was sich sonst den Sinnen entzieht. Es wird das sein, was nicht durch das höhere geistige Leben dem Menschen zugänglich ist. Ich will aber gleich an dem Beispiel von vorhin, vielleicht besser als durch allgemeines Aussprechen, das erläutern, was ich meine als somnambules Leben, als verfeinertes Sinnesleben. Was sonst als zweites Gesicht aufgefasst wird, fällt unter diese Kategorie; ich muss sagen: Es ist doch erstaunlich, obwohl das Buch von Sir Oliver Lodge einen durchaus wissenschaftlichen Charakter trägt, dass ein gewisser verborgener Dilettantismus im Allgemeinen gerade in diesem Buche zu finden ist. Die Erscheinung, die wie ein Kreuzexperiment angeführt ist, ist nämlich doch nichts anderes als das, was der, der bekannt ist mit diesem Gebiet, kennt als eine Verfeinerung des Sinneslebens, sodass dieses Sinnesleben eben anderes wahrzunehmen vermag, als sonst mit ihm verknüpft ist. Wenn irgendjemand, dessen Sinnesleben und das von dem Verstandesleben durchzogene Sinnesleben dann so verläuft, dass der Verstandesapparat bis in die Sinne hinunterreicht, wer solch ein Sinnesleben ausgebildet hat, bei dem kann es vorkommen, dass er heute die Vorstellung hat: Ich werde in vierzehn Tagen reiten und ein Unglück haben. Das kann eintreten. Diese Dinge sind bekannt.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Die Offenbarungen des Unbewussten im Seelenleben vom geisteswissenschaftlichen Gesichtspunkt","site_heading":null,"date":"1918-02-18","location":null,"word_count":259,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/71b/1918-02-18/p069","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/71b/1918-02-18/p069"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/71b/1918-02-18/p069","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}