Die Offenbarungen des Unbewussten im Seelenleben vom geisteswissenschaftlichen Gesichtspunkt

GA 71b/1918-02-18/p074 ·1918-02-18 · original (original)
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Bei dem Künstler ist das Geistig-Seelische dem Geistigen zugeneigt. Während es ihm zugeneigt ist, bleibt es im Unbewussten. Dann tritt es in regelrechter Weise herein, sodass das ganze Leibliche in Anspruch genommen wird. Während im nüchternen Bewusstsein solche Dinge vom Geistigen vergessen werden, wird beim Künstler hereingetragen das Geistige, aber so, dass es nicht wie im Somnambulismus von einem Teil des Leiblichen absorbiert wird und daher abgeschwächt wird, sondern in das rechte Verhältnis gebracht wird zum gewöhnlichen Lebensverlauf. So ist das Ewige beim künstlerischen Schaffen zunächst unbewusst dem Geistigen zugeneigt, das Ewige dem Ewigen; aber weil der Mensch sich nicht selber bewusst wird, was er im Ewigen erlebt, trägt er es herein in das gewöhnliche Bewusstsein und kleidet es um, und daher wird es einen individuellen Charakter annehmen.

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