Die Offenbarungen des Unbewussten im Seelenleben vom geisteswissenschaftlichen Gesichtspunkt

GA 71b/1918-02-18/p076 ·1918-02-18 · original (original)
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Dann erlebt der Mensch, wie ich angedeutet habe, in einer eigentümlichen Weise bewusst-unbewusst sein Schicksal. Durch das, was der Scher erlebt, wird nun etwas heraufgehoben aus dem Unbewussten in das Bewusste, das sonst immer unbewusst bleibt. Wir sind im gewöhnlichen Leben eigentlich nur eines Teiles unseres Wesens vollständig bewusst, nämlich unserer Wahrnehmungen und Vorstellungen. Das können Sie selbst ersehen aus einer naturwissenschaftlichen Darstellung wie der des Theodor Ziehen. Dagegen bleibt unten im halb oder ganz Unbewussten das, was das Gefühls- und Willensleben genannt wird. Was weiß der Mensch in seinem gewöhnlichen Bewusstsein, was sich nur vollzieht, wenn er seine Hand bewegt! Theodor Zichen charakterisiert richtig, wenn er sagt: Nur die Vorstellungen dessen, was sich vollzieht, haben wir. Das, was geheimnisvoll in die Hand hinein vibriert, indem wir sie heben, ist uns so unbewusst wie die Ereignisse im Schlafen im gewöhnlichen wachen Tagesleben. - Das ganze wirkliche Wesen des Willenslebens, das zwar in uns waltet, das unser Ewiges durchzieht, das bleibt doch unbewusst, wird nur durch die Vorstellungen des herauftretenden gewöhnlichen Bewusstseins bewusst, so wie bewusst wird der Traum aus dem Schlafe heraus im gewöhnlichen Bewusstsein; aber das, was wir vom Willen wissen, ist nicht das, was im Willen selber vorgeht. Was wir wissen, ist so viel, als wir vom Traum wissen, wenn wir wachen.

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