Der übersinnliche Mensch und die Fragen der Willensfreiheit und Unsterblichkeit nach Ergebnissen der Geisteswissenschaft
Man darf dabei nicht den Ausgangspunkt wählen von dem im menschlichen Selbst, was so hereinspielt wie da diese ganz leisen, kaum traumhaften Erinnerungsvorstellungen von der Drehorgel her; da kommt man nur zu dem, was gewissermaßen sein Spiel treibt; aber hinter das Spiel, das da getrieben wird mit dem menschlichen Selbst, kommt man nicht. Man muss die Frage so lenken, dass man gegenüber dem, was da auf- und abwogt, in das alles Mögliche hereinspielt nach dem Beispiel unserer Drehorgel, dass man ausgeht von dem und zu so etwas sich wendet, was ein ganz anderes Verhältnis zum Menschenleben hat als dasjenige, was da sein Spiel treibt. Wir leben so mit unserer Seele, dass in dieser Seele aufund absteigen Vorstellungen, die wir durch äußere Wahrnehmungen gewinnen: Gefühle, Willensimpulse; das alles spielt dann hinein, wenn so etwas Drehorgelmäßiges heraufkommt. Aber im Grunde genommen ist ja das ganze Spiel unseres Seelenlebens im Alltag mehr oder weniger ähnlich dieser Erscheinung mit der Drehorgel.
Cite:
GA 71b/1918-04-24/p013 · edition original