{"corpus":"steiner","locus":"GA 71b/1918-04-24/p015","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Aber eines ist dann da, das ist, dass wir uns sagen: Mit einer gewissen Richtekraft tritt herein in unser Bewusstsein das, dass wir nicht einfach die Vorstellungen so kommen und gehen lassen, sondern dass wir uns hergeben müssen dazu, um uns zu sagen: gewisse Vorstellungen sind richtig, andere sind unrichtig; wir fangen an, in unserem Denken Logik zu entwickeln, Logik, die uns auch mit der Wirklichkeit in der richtigen Art zusammenbringen soll. Kann es da das gewöhnliche Spiel der Vorstellungen sein, was in unser Seelenleben hereingreift, wenn wir uns sagen: irgendetwas ist richtig oder ist falsch? Nein, das kann nicht das gewöhnliche Spiel der Vorstellungen sein. Denn da kommen falsche und richtige Vorstellungen herauf, und es kommt gerade darauf an, dass wir uns nach etwas zu richten vermögen, was falsche Vorstellungen, die ebenso aus leiblichen Notwendigkeiten heraufkommen wie richtige Vorstellungen, abweist, was richtige Vorstellungen annimmt. Da ragt in unser Seelenleben etwas herein, was ganz anders geartet ist als alles das, was man sonst in der bloRen naturwissenschaftlichen Selbstbeobachtung finden kann. Daher kommt es, meine sehr verehrten Anwesenden, daher kommt es, dass gerade an diesem Punkte philosophische Weltbetrachtungen immer wiederum eingegriffen haben. Wenn sie gewissermaßen den Menschen haben retten wollen davor, dass er nur das Ergebnis seiner leiblichen Verrichtungen sei, so haben sie darauf hingewiesen, wie da etwas hereinspielt in das Seelenleben, was nicht aus dem Leibe kommen kann. Da kommt einmal das richtige, einmal das falsche; beides kommt in gleicher Art. Aber gerade an diesem Punkte zeigt sich auch immer, wie eine solche Weltbetrachtung nicht zum Ende kommen kann; wie es unmöglich ist, auf diesem Wege irgendetwas zu finden. Denn man gelangt nicht weiter als dazu, solche Sachen zu konstatieren; aber nach den Gründen, nach dem Wesen der Sache frägt man bei solchen bloß philosophischen Weltbetrachtungsmitteln ganz vergeblich. Das ist das eine.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Der übersinnliche Mensch und die Fragen der Willensfreiheit und Unsterblichkeit nach Ergebnissen der Geisteswissenschaft","site_heading":null,"date":"1918-04-24","location":null,"word_count":302,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/71b/1918-04-24/p015","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/71b/1918-04-24/p015"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/71b/1918-04-24/p015","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}