Der übersinnliche Mensch und die Fragen der Willensfreiheit und Unsterblichkeit nach Ergebnissen der Geisteswissenschaft
Und noch eines möchte ich erwähnen: So, wie von allem Träumerischen, von allem Falsch-Mystischen dieses Meditieren so weit als möglich entfernt sein muss, so muss es auch entfernt sein von alledem, wodurch irgendein hypnotischer, ein suggerierter Zustand in der menschlichen Seele erzeugt wird. Hinstarren auf glänzende Gegenstände zum Beispiel, wodurch Hypnotiseure den hypnotischen Zustand erzeugen, das ist das Gegenteil von dem, was erstes Erfordernis ist für die geisteswissenschaftliche Schulung. Das Gegenteil einer geisteswissenschaftlichen Schulung sind alle Arten von Übungen, durch die das Bewusstsein herabgetrübt wird. Dasjenige, um was es sich handelt, ist: mit vollem Bewusstsein überschaubare Vorstellungen, überschaubare Gefühle und Willensimpulse in den Mittelpunkt seines Seelenlebens zu rücken, dass volle Klarheit vorliegt, wie sie sonst nur bei hellem Denken vorliegt. Überhaupt, dieses helle Denken, dieses mit vollem Bewusstsein durchgeführte Denken, das muss Muster sein. Man darf nicht dabei stehen bleiben, denn man kommt dadurch zu nichts; aber es muss Muster sein für alles dasjenige, was an Übungen in der Seele vollführt wird, um den Weg in die geistige Welt hineinzufinden.
Cite:
GA 71b/1918-04-24/p024 · edition original