Der übersinnliche Mensch und die Fragen der Willensfreiheit und Unsterblichkeit nach Ergebnissen der Geisteswissenschaft
Dann, meine sehr verehrten Anwesenden, wenn man vielleicht jahrelang - es kommen einem die Jahre da sehr, sehr zustatten, denn das Älterwerden bei solchen Übungen das ist eine große Hilfe, dass durch das Üben etwas Besonderes geleistet werden kann -, dann, wenn man in dieser Weise immer wiederum versucht hat, durch Meditation sein Seelenleben zusammenzudrängen in solche überschaubaren Vorstellungen, dann kommt man zuletzt dahin, imaginatives Leben zu entwickeln. Das heißt, man kommt dahin, dass man nicht mehr bloß braucht Bilder, Vorstellungen sich zusammenzustellen, sondern dass solche Bilder, solche Imaginationen in der Seele wie etwas Objektives auftreten, dass man in solchen Imaginationen lebt, leben kann. Nur wenn man sich dazu vorbereitet hat, wie ich es geschildert habe, dann kommen diese Imaginationen nicht mehr aus dem Leibe, sondern aus dem seelischen Leben. Man wird sich nach und nach bewusst, dass man auf der einen Seite, gerade wie man es beim Denken macht, ITmaginationen, die Kraft zu seinen Imaginationen, sich ganz und gar selber gibt; dass nichts in der Seele einen zwingt, von anderswo her zu diesen Imaginationen zu kommen.
Cite:
GA 71b/1918-04-24/p025 · edition original