Der übersinnliche Mensch und die Fragen der Willensfreiheit und Unsterblichkeit nach Ergebnissen der Geisteswissenschaft
Nun, erstens werde ich Ihnen versprechen, Ihnen niemals so etwas aufzubinden, dass ich so weiterratschen werde, wenn ich so mit dem Denken aufhöre. Andererseits muss betont werden, dass, wer überhaupt in der Lage ist, zu glauben, dass man den Geheimnissen der Seele nahekommt, wenn man so etwas ausführt, der ist von vorneherein viel zu stumpfsinnig, um nur irgendetwas zu begreifen von dem, was Nerv, was Grundlage gerade für die wahre Geisteswissenschaft ist; der ist auch zu stumpfsinnig, um nur irgendein im Entferntesten treffendes Wort über diese Geisteswissenschaft zu sagen. Mit dieser einen Ausführung beweist er, dass er so fern wie möglich steht demjenigen, was hier eigentlich gemeint ist. Denn das ist gerade das Wesentliche, dass diese Geisteswissenschaft darauf hinweisen muss, dass überall, wo gesucht wird das Geistige, das Bewusstsein gerade beim Geistesforschen dabei sein muss. Alle Visionen, aber auch alles unwillkürliche Hinträumen, noch dazu wenn in so unerhoffter Weise es geschehen würde, dass man ein Publikum anratscht, ohne an das zu denken, womit man es anratscht, alles das ist ausgeschlossen nicht nur vom Reden, sondern von dem, was sich innerlich in der Seele abspielt, wenn man auf dem geistesforscherischen Weg zum Geiste hin ist.
Cite:
GA 71b/1918-04-24/p029 · edition original