{"corpus":"steiner","locus":"GA 71b/1918-04-24/p033","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Dann allerdings, wenn man sich erlebt - ich sage jetzt ausdrücklich: sich erlebt -, dann sagt man sich gewissermaßen: Irgendeine objektive Welt hast du in diesen Bildern nicht, aber das Mittel, um in diese objektive Welt hineinzudringen. Gewissermaßen hat man in dieser Bilderwelt das geistige Auge und das geistige Ohr, aber sie sind noch nicht durchsichtig. Denken Sie sich, Sie hätten Augen in ihren Augenhöhlen; die wären aber nicht mit dem durchsichtigen Glaskörper durchsetzt, sondern getrübt; so haben Sie in sich diese Bilderwelt, die Sie eher abschließt von der geistigen Welt, die Sie aber erstarken lässt, indem Sie das erste Mittel in die Seele aufnehmen, um in die geistige Welt einzudringen. Man muss eine weitere Kraft gewinnen. Und diese gewinnt man, indem man die Kraft fühlt, die man in diesen Bildern erlebt; indem man sie voll erlebt, da gewinnt man die zweite Kraft - das Genauere finden Sie in meinen Büchern geschildert -, die zweite Kraft, die darin besteht, Geistesaugen und Geistesohren zu bekommen, um die Bilder nun durchsichtig und durchhörbar zu machen, sie wieder wegzuschaffen, diese Bilder; nur sich in den Bildern zu fühlen, nur das eigene Selbst erstarkt zu haben, aber die ganze Bilderwelt durchsichtig zu machen. Man muss noch drinnen sein, meine sehr verehrten Anwesenden, aber man muss sie nicht mehr sehen. Ein Zustand, den sich gerade der Visionär ganz und gar nicht wünscht; denn der ist furchtbar zufrieden, wenn er nach seiner Ansicht «die ganze geistige Welt» in seinen Bildern hat. Der will sie nicht durchsichtig machen. Der Geistesforscher muss dasjenige, was er an den Bildern erlebt, nur benützen zum Erstarken seines Ich, zum Übergang gewissermaßen; zum Erstarken seines Ich, das dadurch stärker wird als das gewöhnliche Ich und das sich nun halten kann; und indem es sich hält, diese Bilderwelt auch für sich hält, aber sie nicht mehr anschaut durch innere Stärke, das Anschauen überwindet, sodass man zwar lebt in diesen Bildern, aber sie nicht mehr anschaut, sie nicht als etwas, was einem von außen als Wirklichkeit kommt, betrachtet.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Der übersinnliche Mensch und die Fragen der Willensfreiheit und Unsterblichkeit nach Ergebnissen der Geisteswissenschaft","site_heading":null,"date":"1918-04-24","location":null,"word_count":334,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/71b/1918-04-24/p033","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/71b/1918-04-24/p033"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/71b/1918-04-24/p033","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}