Der übersinnliche Mensch und die Fragen der Willensfreiheit und Unsterblichkeit nach Ergebnissen der Geisteswissenschaft

GA 71b/1918-04-24/p039 ·1918-04-24 · original (original)
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Ich möchte nur, obwohl das eigentlich nach den vielen Vorträgen, die ich hier gehalten habe, selbstverständlich ist für viele Zuhörer, nebenbei erwähnen: Der Geistesforscher ist nicht etwa immer ein Geistesforscher vom Aufwachen bis zum Einschlafen, geradeso, wie man nicht immer ein Chemiker ist, wenn man außerhalb des Laboratoriums ist. Denn wenn der Geistesforscher nicht in die geistige Welt sich vertieft, da ist er ein gewöhnlicher Mensch wie die anderen auch. Selbstverständlich richtet er sich da nur nach der übrigen Außenwelt. Wer da glaubt, dass der Geistesforscher absolut ein anderer Mensch wird, der irrt sich gar sehr. Das ist dasjenige, was aus mancherlei Gesellschaften hervorgeht, und namentlich in der Außenwelt so viele Missverständnisse hervorrufen kann, wenn die Mitglieder solcher Gesellschaften immer wiederum geltend machen, dass sie so etwas wie ein höherer Mensch sind. Das ist gar nicht gemeint. Das ist Firlefanzerei. Das, was gemeint ist, das ist, dass man in gewissen Zuständen des Lebens die Seele in eine solche Verfassung bringt, dass sie in die geistige Welt eindringen kann. Und innerhalb dieser Zustände, dieser Verfassung der Seele, steht die Seele in einer anderen Weise zur Außenwelt als sonst; sogar in Bezug auf feinere Unterscheidungen des Lebens.

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