Der übersinnliche Mensch und die Fragen der Willensfreiheit und Unsterblichkeit nach Ergebnissen der Geisteswissenschaft

GA 71b/1918-04-24/p048 ·1918-04-24 · original (original)
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Und siehe da, da kommen Sie darauf, meine sehr verehrten Anwesenden, da kommen Sie auf etwas, was ungeheuer wichtig ist, was die Brücke schlägt zwischen dem Naturwissen und dem Geisteswissen. Wie kommt das vorstellende Denken zustande? - fragen wir. Kommt es dadurch zustande, dass eine fortschreitende, sprießende, sprossende Entwicklung vor sich geht? Nein, dadurch dass die Entwicklung zurückgenommen wird, dass Platz gemacht wird, dass die Entwicklung aufhört, dass sie in sich zerfällt; da wird Platz gemacht für das seelische Erleben. Glaubt man, die Entwicklung gehe so gradlinig fort, wie sie mit Bezug auf das rein Tierische unseres mittleren Organismus ist, dann kommt man nie zum Begriff der Selbstständigkeit des denkerischen, vorstellenden Erlebens, sondern wenn man weiß, dass sich die Entwicklung zurückziehen muss, dass alles das, was Wachstum, was Leben hervorruft, sich zurücknehmen muss, dass es Platz machen muss im Haupte für die Seele.

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