Der übersinnliche Mensch und die Fragen der Willensfreiheit und Unsterblichkeit nach Ergebnissen der Geisteswissenschaft

GA 71b/1918-04-24/p061 ·1918-04-24 · original (original)
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Woher aber kommt dazu die Kraft? Damals sagte ich: ... [Lücke]. Heute füge ich hinzu: Es ist die Kraft, die nach dem Tode uns hinüberträgt in die geistige Welt. Das spielt in uns unterbewusst. Im moralischen Handeln, das sich frei entfaltet, leuchtet herauf dasjenige, was vor der Geburt oder Empfängnis liegt. Das koppelt sich zusammen mit dem, was nach dem Tode in die geistige Welt hineintritt. Während wir leben zwischen der Geburt und dem Tode, handeln wir schon, indem unbewusst das in uns hereinspielt, was vor der Geburt liegt, im intuitiven Denken, das inspirierend in unser Leben hereinfließt. Was nach dem Tode liegt, das ist das, was gar nicht mit uns zusammenhängt und doch von uns verrichtet wird; was den Charakter trägt, dass es aus Liebe verrichtet wird; das ist die wahrhaft freie Handlung. Darum muss man sagen: Was uns aus dem reinen Denken hereininspiriert, hängt gar nicht mit unserem Leibe zusammen. Der muss sich zurückziehen, um das entfalten zu können. Und das, was imaginativ wirkt, hat für jetzt keine Bedeutung, sondern hat erst nach dem Tode Bedeutung.

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