Der übersinnliche Mensch und die Fragen der Willensfreiheit und Unsterblichkeit nach Ergebnissen der Geisteswissenschaft
Diese zwei Faktoren, die nichts mit dem Leibe zu tun haben, das sind die wirklichen Kräfte, die in dem wahren, freien Willensakt des Menschen wirken. Das ist das tiefe Geheimnis, dass, wenn wir auf den freien Willen gehen, so finden wir nicht irgendetwas, was sterblich ist im Menschen, was da handelt, sondern wir finden gerade dasjenige, was frei handelt, das ist das Unsterbliche. Die Willensfreiheitsfrage und die Unsterblichkeitsfrage, sie sind innig miteinander verbunden, weil wahrhaft frei im Menschen nur diejenigen Handlungen sind, in denen hereinwirkt das Übersinnliche, das noch nicht an den Leib Gebundene, das der Mensch in der geistigen Welt entwickelt, bevor er den Leib an sich trägt, im Zusammenhang mit dem, was sich in der Überentwicklung ergibt, was für die jetzige Entwicklung noch keine Bedeutung hat, was erst nach dem Tode Bedeutung hat, aber hereinleuchtet in der Handlung, die sich von uns absondert, die abgesondert von uns verrichtet wird.
Cite:
GA 71b/1918-04-24/p062 · edition original