Der übersinnliche Mensch und die Fragen der Willensfreiheit und Unsterblichkeit nach Ergebnissen der Geisteswissenschaft

GA 71b/1918-04-24/p063 ·1918-04-24 · original (original)
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Ich habe deshalb dazumal schon in der «Philosophie der Freiheit» gesagt: Man kann nicht die Frage so stellen: Ist der Mensch frei oder unfrei? Da kommt man immer auf falsche Antworten. Es handelt sich nicht um ein Entweder-oder auf diesem Gebiet, sondern um ein Sowohl-als-auch. Der Mensch verrichtet eine ganz große Anzahl von Handlungen, die aus dem Bedürfnis seines Leibes, aus dem Spiel seiner Vorstellungen, die aus dem Leibe heraufkommen, erfolgen; die aus den Trieben seines Leibes erfolgen. Aber immerzu hat er das Ideal, solche Handlungen zu vollziehen, bei denen er sich sagt: Ich komme nicht in Betracht, so frei ist das, was sich da vollziehen soll, wie die menschliche Wesenheit, die ich liebe, frei von mir ist; es geschieht nur aus dem, weil ich einsehe, diese Tatsache soll vollzogen werden. Eine solche Handlung, sie ist eine, nach der alles menschliche Denken hintendiert, hinwill, was sich hineinlebt in das unfreie Handeln, was wir damals besprachen.

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