Der übersinnliche Mensch und die Fragen der Willensfreiheit und Unsterblichkeit nach Ergebnissen der Geisteswissenschaft

GA 71b/1918-05-01/p004 ·1918-05-01 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Man braucht ja nur, sehr verehrte Anwesende, ein wenig hinzusehen auf die immer und immer wiederkehrenden philosophischen und sonstigen Bemühungen sehr scharfsinniger Geister innerhalb der Menschheitsentwicklung, um diesen beiden Menschheitsfragen näherzukommen. Und man wird sehen, dass eine - wie man sie so gewöhnlich auffasst — rein philosophische Betrachtung nicht herankommen kann an dasjenige, was eigentlich mit diesen in jedem einzelnen Menschengemüt so bedeutsam sich einwurzelnden Fragen an den Menschen herantreten will. Ich selbst, sehr verehrte Anwesende, wenn ich dieses einleitungsweise erwähnen darf, beschäftige mich mit der Frage der menschlichen Willensfreiheit seit Jahrzehnten, und ein Vierteljahrhundert ist es her, seit ich in meinem Buche «Die Philosophie der Freiheit» versuchte, dazumal in rein philosophisch-wissenschaftlicher Form auf diejenigen Punkte hinzuweisen, durch die man wenigstens dieser Frage der menschlichen Freiheit nahekommen kann. Dasjenige, was dazumal, vor einem Vierteljahrhundert, von mir, ich möchte sagen, in abstrakt-philosophischer Weise ausgeführt worden ist, das möchte ich in der Betrachtung des heutigen Abends in geisteswissenschaftlicher Art begründen, in derjenigen geisteswissenschaftlichen Art, wie sie gemeint war durch die langen Jahre hindurch, in denen ich auch hier in München über anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft jedes Jahr Vorträge halten durfte.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/71b/1918-05-01/p004.json
Cite: GA 71b/1918-05-01/p004 · edition original