Der übersinnliche Mensch und die Fragen der Willensfreiheit und Unsterblichkeit nach Ergebnissen der Geisteswissenschaft

GA 71b/1918-05-01/p006 ·1918-05-01 · original (original)
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Nun lassen Sie uns, sehr verehrte Anwesende, einleitungsweise bildlich, möchte ich sagen, darauf hinweisen, welche Schwierigkeiten gegenüber menschlicher Selbsterkenntnis von vorneherein eigentlich vorausgesetzt werden müssen. Bildlich gesprochen: Das Auge kann zwar die sichtbaren Dinge um sich herum wahrnehmen; gerade dadurch kann das Auge die sichtbaren Dinge um sich wahrnehmen, dass es selber sich nicht sehen kann. Wer dieses Bild ausdenkt, der wird es begreiflich finden, dass die Schwierigkeit menschlicher Selbsterkenntnis darin liegen muss, dass man zwar mit alledem, was dem Menschen an Organen für seine Erkenntnis zur Verfügung steht, anderes schauen wird können, aber dass das eigene Selbst so wenig geistig erschaut werden kann, wie das Auge sich selber sehen kann.

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