Der übersinnliche Mensch und die Fragen der Willensfreiheit und Unsterblichkeit nach Ergebnissen der Geisteswissenschaft

GA 71b/1918-05-01/p009 ·1918-05-01 · original (original)
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Ich habe diese Bilder vorausgesetzt, um zunächst, ich möchte sagen, annäherungsweise durch einige Vorstellungen auf das hinzuführen, was der Grundnerv der heutigen Betrachtung sein soll. Es ist nichts anderes möglich, wenn überhaupt Selbsterkenntnis beim Menschen auftreten soll, als dass der Mensch selbst, nicht ein anderer, aus derjenigen Menschenwesenheit, in der er gewöhnlich darinnen ist, heraustritt und sich selber von außen beschauen lernt. Damit spricht man allerdings gleich etwas aus, was an der weitverbreiteten gegenwärtigen Weltanschauung eigentlich ein wissenschaftlicher Gräuel ist, was sich aber ganz gewiss einleben wird in das menschliche Denken so, wie sich die kopernikanische Weltanschauung eingelebt hat. Es ist nur heute noch ungewohnt, was, wie schon früher, so auch heute vor unsere Seele treten soll. Dass der Mensch heraustreten könne aus seinem Selbst, sich gewissermaßen selber real gegenübertreten könne, das erscheint heute den meisten Menschen als ein absurder Gedanke.

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