Der übersinnliche Mensch und die Fragen der Willensfreiheit und Unsterblichkeit nach Ergebnissen der Geisteswissenschaft

GA 71b/1918-05-01/p010 ·1918-05-01 · original (original)
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Nun, der Geistesforscher ist genötigt, nicht so vorzugehen, wie man in einer anderen wissenschaftlichen Betrachtung vorgeht. In dieser wissenschaftlichen Betrachtung, wenn man sie populär anstellt, gibt man in der Regel Ergebnisse; der Geistesforscher ist nicht in der Lage, bloß solche Ergebnisse anzuführen. Er muss, insbesondere, wenn es sich besonders um eine so fundamentale Frage wie die heutige handelt, den Weg vor allen Dingen angeben, auf den er zu verweisen hat, wenn er gewisse Forschungsergebnisse sich als wichtig, wesentlich hereinstellend in jedes Menschenleben vor Augen führen will. Daher wird meine Aufgabe im ersten Teil der heutigen Betrachtung vor allen Dingen darin bestehen, zu zeigen, wie der Geistesforscher an das in Menschenwesen herantritt, an dem erkannt werden kann, um was es sich handelt bei Willensfreiheit und bei der Seelenunsterblichkeit. Betrachtungen möchte ich anstellen darüber, welchen Sinn es eigentlich hat, herauszutreten aus seinem gewöhnlichen Menschenwesen und sich von außen gewissermaßen wie im Spiegel zu betrachten, wobei man ja selbstverständlich voraussetzen kann - das will ich gleich sagen —, dass man dann von außen nicht den lebensvollen Menschen zunächst vor sich hat, sondern vielleicht nur ein Bild, wie das Auge ein Bild im Spiegel vor sich hat.

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