Der übersinnliche Mensch und die Fragen der Willensfreiheit und Unsterblichkeit nach Ergebnissen der Geisteswissenschaft

GA 71b/1918-05-01/p013 ·1918-05-01 · original (original)
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Nun gibt Ludwig Waldstein eine merkwürdige Selbstbeobachtung - aber dieses Beispiel könnte um Hunderte und Tausende vermehrt werden -, er sagt von sich selbst: Er stand einmal vor einem Buchladen, schaute hinein. Sein Blick fiel auf eine Schrift über Mollusken. Es lag nahe dem Naturforscher, den Blick ruhen zu lassen auf dem Titelblatt dieser Schrift. Aber während er dieses Titelblatt überschaute, musste er anfangen zu lächeln. Er kann sich nicht erklären, wie es kommt, dass er, der Naturforscher ist, dem doch gewiss dieses Buch eine ernsthafte Sache ist, dass er anfangen muss zu lachen. Er will dahinterkommen, warum ihn ein Buchtitel zum Lachen bringt. Er sucht dadurch dahinterzukommen, dass er die Augen schließt. Und siehe da, indem er sie schließt, vernimmt er ganz verglimmend in der Ferne die Melodie einer Drehorgel und die just dasselbe spielt, was ihm vorgespielt worden ist, als er vor Jahrzehnten als ganz junger Mensch seine erste Quadrille getanzt hat; als er das Molluskenbuch dem Titel nach anschaute, hatte er gar keine Idee, warum er lachen musste, denn der Ton der Orgel war ganz verglimmend. Er hätte ihn nicht wahrgenommen, wenn er nicht die Augen geschlossen hätte.

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