Der übersinnliche Mensch und die Fragen der Willensfreiheit und Unsterblichkeit nach Ergebnissen der Geisteswissenschaft
So ist er darauf gekommen, dass man erstens irgendwelche Äußerungen des eigenen Seelenlebens machen kann, ohne eigentlich, wenn man nicht besonders nachforscht, zu wissen, wie man dazu kommt, solche Offenbarungen seines Selbstes von sich zu geben wie sein Lächeln; dann zweitens ist er darauf gekommen, dass vor Jahrzehnten einmal, aber auch nur ganz leise, diese Melodie auf der Drehorgel einen Eindruck auf ihn gemacht hat, aber auch nur einen halb träumerischen; denn er wusste selbst, dass er dazumal nicht recht darauf achtgegeben hatte. Dennoch ist verbunden geblieben im unterbewussten Ich dieser damals leise verglimmend vernommene Ton der Drehorgel, und jetzt, wo er noch leiser anklingt, mischt er sich hinein ins Seelenleben als Reminiszenz und verursacht eine Offenbarung, der man erst nachforschen muss.
Cite:
GA 71b/1918-05-01/p014 · edition original