Der übersinnliche Mensch und die Fragen der Willensfreiheit und Unsterblichkeit nach Ergebnissen der Geisteswissenschaft

GA 71b/1918-05-01/p015 ·1918-05-01 · original (original)
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So ohne Weiteres mit rein naturwissenschaftlicher Methode kann man sich höchstens nähern demjenigen, was hinter einer solchen Tatsache liegt; aber an das wahre Wesen kann man doch nicht herandringen. Man wird sich sagen müssen: Was eigentlich lebt alles in diesem unterbewussten Seelenleben, was flutet da herauf in unbestimmter Weise, macht sich geltend und kann einen täuschen über das, was im Seelenleben eigentlich vorhanden ist? Und gar viele Menschen, die auf solche Dinge, wie sie jetzt angeführt worden sind, nicht achtgeben, die machen die Erfahrung, dass aus ihrem Seelenleben irgendetwas heraufkommt, das sie besonders interessiert, irgendetwas, was sie für eine besondere Erleuchtung halten. Sie fühlen sich als Träger einer großen Offenbarung, und dennoch kann diese große Offenbarung vielleicht nichts anderes sein als etwas Ähnliches wie die verglimmenden Töne der Drehorgel. Denn es hätte sich schr leicht durch irgendeine Ideenvergesellschaftung ergeben können, dass der Mann, der vor dem Molluskenbuch gestanden, als die Töne leise angeklungen haben, dass das sich verbunden hätte mit irgendetwas anderem.

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