Der übersinnliche Mensch und die Fragen der Willensfreiheit und Unsterblichkeit nach Ergebnissen der Geisteswissenschaft
Gerade wenn man tief hineinkommen will in die menschliche Wesenheit, mag fluten in der unbestimmten Weise das, dem wir vielleicht gar nicht nachgehen können - ich habe auf solche Dinge sehr deutlich hingewiesen in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» -, mag sich immerhin solches Auf- und Abflutendes im menschlichen Seelenleben finden, man kommt dahinter: Dieses Auf- und Abflutende hängt zusammen mit unserer Organisation, und es bedarf wahrhaftig keiner allzu tiefgehenden Selbstbeobachtung, um sich zu sagen, in welch hohem Grade selbst von leiblichen Vorgängen und Dispositionen das abhängt, was vom Aufwachen bis zum Einschlafen die Seele durchflutet. Frei steigende Vorstellungen kommen und gehen, vergesellschaften sich mit anderen. Das macht unser Seelenleben aus.
Cite:
GA 71b/1918-05-01/p019 · edition original