{"corpus":"steiner","locus":"GA 71b/1918-05-01/p023","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Die andere Frage ist diese: In unserem Handeln, in unserem Tun, in alledem, wodurch wir unser Eigenleben in das soziale, in das moralische, in das sittliche Dasein der Menschheit hineinführen, in dem machen sich zunächst, das zeigt eine gesunde Selbstbeobachtung, unsere Triebe, unsere Begierden, die unsern Willensimpulsen zugrunde liegen, geltend. Allein derjenige, der nicht stehen bleibt bei irgendwelchen Vorurteilen, der wird gewahr, dass man sich wenigstens annähert in Bezug auf das Handeln, auf das Tun, in Bezug auf die moralische Lebensführung demjenigen, das man etwa in der folgenden Weise charakterisieren kann - und dieses ist der andere Punkt, der uns an die heute zu besprechenden Lebensrätsel heranführt: Gewiss, bei den weitaus meisten Handlungen der Menschen liegen Triebe, Begierden, liegt eine irgendwie geartete Konstitution seines Selbstes zugrunde; aber es gibt doch solche Handlungen — wenigstens nähern wir uns ihnen, die wir, weil wir unvollkommene Menschen sind, niemals vollständig ausführen können; wir betrachten sie wenigstens als ein Ideal. Wir wissen: Der Mensch ist nur menschenwürdig, wenn er sein Handeln annähert einer solchen Handlungsweise, wie ich sie jetzt charakterisieren will. Es ist denkbar, dass wir zu dem, was wir tun sollen, nicht bestimmt werden - natürlich in den seltneren Fällen -, nicht bestimmt werden durch irgendeinen Trieb, sondern durch das Anschauen dessen, was durch uns geschehen soll. Es ist dies ein besonderes Gefühl, eine besondere Empfindung, die wir entwickeln können gegenüber dem, was durch uns geschehen soll.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Der übersinnliche Mensch und die Fragen der Willensfreiheit und Unsterblichkeit nach Ergebnissen der Geisteswissenschaft","site_heading":null,"date":"1918-05-01","location":null,"word_count":234,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/71b/1918-05-01/p023","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/71b/1918-05-01/p023"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/71b/1918-05-01/p023","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}