Der übersinnliche Mensch und die Fragen der Willensfreiheit und Unsterblichkeit nach Ergebnissen der Geisteswissenschaft

GA 71b/1918-05-01/p027 ·1918-05-01 · original (original)
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Hier ist der andere Punkt, den ich dazumal in meiner «Philosophie der Freiheit» so charakterisiert habe, dass ich sagte: Derjenige, der sich nun die Idee der Freiheit vor Augen stellt, kommt bald dahinter, dass frei eine Handlung nur sein kann, die in solcher Art aus dem Impuls der Liebe zur Handlung hervorgeht. Das ist zunächst allerdings nur als eine Beobachtung hinzunehmen; aber diese liefert die Möglichkeit, sich zunächst wenigstens eine Vorstellung zu machen über das, was eine freie Handlung sein kann. Man kommt dahinter, dass man nicht befugt ist, andere Handlungen als freie zu bezeichnen. Und es entsteht nur die Frage, ob es möglich ist, dass solche Handlungen in das menschliche Leben hereintreten, ob es möglich ist, dass Handlungen aus Liebe im Menschenleben sich verwirklichen können. Dann können wir, wenn wir anerkennen können, dass Handlungen aus Liebe im Menschenleben sich verwirklichen können, den Menschen vielleicht nicht frei nennen in Bezug auf seine ganze Wesenheit; aber wir können sagen: Der Mensch ist sich nähernd der Freiheit, in dem Maße sich nähernd, als er umgestaltet immer mehr und mehr seine Handlungen so, dass sie Handlungen aus Liebe werden.

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