Der übersinnliche Mensch und die Fragen der Willensfreiheit und Unsterblichkeit nach Ergebnissen der Geisteswissenschaft

GA 71b/1918-05-01/p057 ·1918-05-01 · original (original)
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Oberflächliche naturwissenschaftliche Betrachtung führt zum Materialismus. Tiefere naturwissenschaftliche Betrachtung führt dazu, zu erkennen, dass sich zurückstaut gerade im Hauptesorganismus die Entwicklung, dass sie Platz macht und dass da, wohin nicht mehr reicht, weil zurückgestaut, die physische Entwicklung, das Geistig-Seelische tritt. Aus dem übrigen Organismus flutet das herauf, was das beliebige Spiel der Vorstellungen bestimmt. In die Hauptesorganisation kann sich hineinschleichen dasjenige, was vor der Geburt durch unbewusste Inspiration regelnd eingreift in dieses Leben. Die unbewusste Inspiration ist vorhanden. Der Ausblick auf das Unsterbliche, auf dasjenige, was mit dem Sterblichen nur verbunden ist, das bietet sich uns dar, wenn wir mit geisteswissenschaftlicher Forschung eindringen in etwas, was bei den Menschen vorhanden ist, was die Philosophie betrachtet seit Jahrzehnten, aber nicht dahinterkommen kann, weil sie zurückschreckt vor dem Eintreten in die wirkliche geistige Welt. Enthüllt sich einem dasjenige, was richtiges oder unrichtiges Denken ist, in der Inspiration, dann kommt man in das Gebiet hinein, wo einem das menschliche Seelenwesen als das Unsterbliche entgegentritt als dasjenige, was sich mit dem Sterblichen verbindet.

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