{"corpus":"steiner","locus":"GA 71b/1918-05-01/p058","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Der andere Punkt, sehr verehrte Anwesende, führt, ich möchte sagen, zu dem Entgegengesetzten. Ein anderes Merkwürdiges liegt vor, eine unbewusste Inspiration, sagte ich, auf der einen Seite, die sich hereinbringt in die menschliche Organisation dadurch, dass diese Organisation in Bezug auf das menschliche Haupt in Rückentwicklung begriffen ist. Umgekehrt ist es mit der menschlichen Organisation in Bezug auf den menschlichen Extremitätenbau. Wiederum würde eine ganz innerliche Verfolgung der rein naturwissenschaftlichen Tatsachen das erhärten, was ich jetzt zu sagen habe. So, wie das Haupt in Rückbildung begriffen ist, so ist die Extremitätenorganisation beim Menschen in Überentwicklung begriffen, geht weiter als die normale Entwicklung ist, überschreitet den Punkt der normalen Entwicklung, geht darüber hinaus. Derjenige, der nur anatomisch-plastisch Arme, Hände, Beine, Füße mit ihren Fortsätzen nach dem Innern des Organismus richtig physiologisch zu betrachten vermag, der weiß, dass die menschliche Organisation über sich hinausschreitet, dass da das Organische nicht rückgebildet, nicht einmal nur normal ist, sondern den Punkt des Normalen überspringt, sodass mehr in dieser Entwicklung zutage tritt als dasjenige, was in der Rumpforganisation in den Grenzen der normalen Entwicklung eingeschlossen ist. Das stellt sich dar, geistig betrachtet, so, dass für diese Betrachtung, die ich eben charakterisiert habe, dasjenige, was mit der Extremitätenorganisation verknüpft ist, sich zeigt als nur dem imaginativen Leben erkennbar, erreichbar. Imaginatives Leben, imaginatives Erkennen bekommt etwas vor die Seele - indem hineingeschaut wird sinnig in schauendem, in wirklich hellsichtigem Bewusstsein auf dasjenige, was die menschliche Organisation in den Extremitäten darbietet —, bekommt etwas, was der Mensch mehr in sich hat, als was zwischen Geburt und Tod hineinfallen kann. Mehr kann er in sich haben, weil seine Extremitäten in gewisser Weise überorganisiert sind.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Der übersinnliche Mensch und die Fragen der Willensfreiheit und Unsterblichkeit nach Ergebnissen der Geisteswissenschaft","site_heading":null,"date":"1918-05-01","location":null,"word_count":274,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/71b/1918-05-01/p058","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/71b/1918-05-01/p058"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/71b/1918-05-01/p058","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}