Der übersinnliche Mensch und die Fragen der Willensfreiheit und Unsterblichkeit nach Ergebnissen der Geisteswissenschaft

GA 71b/1918-05-01/p062 ·1918-05-01 · original (original)
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Dieses kann er in einer besonderen Weise geltend machen. Ich habe vor 25 Jahren dasjenige, was ich heute andeute als hervorgehend aus der Inspiration, im reinen Denken, wenn es nicht bloß in logischen, sondern in moralischen Ideen auftritt, wenn der Mensch aus moralischen Ideen handelt, ich habe es intuitives Denken genannt. Und dasjenige, was jetzt auftritt, indem der Mensch gewahr wird, dass etwas imaginativ in ihm lebt, das habe ich moralische Phantasie genannt. Indem der Mensch gewahr wird, wie gewissermaßen an seinem einen Ende eine unbewusste Inspiration, an dem anderen Ende eine unbewusste Imagination vorhanden ist, wird er sich seines Unsterblichen bewusst. Aber das ist im gewöhnlichen Leben nur unbewusst oder unterbewusst vorhanden; aber es ist vorhanden. Und es ist vorhanden in der unbewussten Inspiration durch das Richtige oder Unrichtige, auch in den moralischen Ideen, die vor unser seelisches Auge treten, es ist vorhanden, wenn wir über uns hinausgehend in der Liebe, wie ich es geschildert habe, zu einer Handlung die Kraft, die über unsere Egoität hinausgeht, entwickeln.

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