Der übersinnliche Mensch und die Fragen der Willensfreiheit und Unsterblichkeit nach Ergebnissen der Geisteswissenschaft

GA 71b/1918-05-01/p064 ·1918-05-01 · original (original)
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So sind Handlungen des Menschen möglich, in denen das Unsterbliche, das erst sich offenbart nach dem Tode, schon als Kraft hier im Leben zusammenwirkt mit der freien Idee, die durch Inspiration aus dem Unsterblichen vor der Geburt als Impuls in unsere menschliche Persönlichkeit hereintritt. Das ist dann freies Handeln. Dieses freie Handeln ist im Menschen vorhanden, dessen ist sich der Mensch bewusst. Man lernt die Freiheit nur erkennen, wenn man weiß, dass die unbewusste Imagination, die vorbereitet unser Leben nach dem Tode, zusammenwirkt mit der unbewussten Inspiration, die aus dem Leben von vor der Geburt als eine Kraft in unsere Seele hereintönt. Indem der Mensch instinktiv solche Handlungen ausführt, die sein unsterblicher Mensch vollzieht, führt er freie Handlungen aus. Und dass sich der Mensch freier Handlungen bewusst ist, das ist der Abglanz, die Fata Morgana desjenigen, was in der übersinnlichen Persönlichkeit tief unten im Menschenwesen ruht als ein Unsterbliches. Der Mensch - so führte ich aus vor 25 Jahren - ist nicht so in der Freiheit, dass man sagen kann: Er ist entweder frei oder unfrei, sondern er ist sowohl frei als unfrei in seinen gewöhnlichen Handlungen. Er ist auf dem Wege zur Freiheit. Aber man wird sich nicht bewusst der Freiheit, wenn man sich nicht der unsterblichen Wesenheit des Menschen bewusst wird.

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