{"corpus":"steiner","locus":"GA 71b/1918-05-03/p018","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wenn man nun vergleicht diese Art des persönlichen Suchens des deutschen Forschers mit der Art Woodrow Wilsons, so kommt etwas außerordentlich Interessantes heraus. Ich möchte nicht missverstanden werden weder nach der einen noch nach der anderen Richtung hin. Weder möchte ich, dass dasjenige, was ich sage, in einseitig chauvinistischer Weise gedeutet wird, noch möchte ich einen Zweifel darüber aufkommen lassen, wie ich eigentlich mit Bezug auf dasjenige, was ich zu sagen habe, zu der Persönlichkeit des Woodrow Wilson stehe. Ich habe, sehr verehrte Anwesende, die ganze Art Woodrow Wilsons schon charakterisiert, als es noch nicht so nahe lag, sie gegnerisch zu charakterisieren wie heute, nämlich lange vor den Ereignissen, die hereingebrochen sind mit dem Juli 1914. In einem Vortragszyklus, den ich in Helsingfors vor dem Krieg gehalten habe, habe ich bereits darauf hingewiesen in einer Zeit, als auch bei uns noch alles voll war von Bewunderung für diese neue, großartige Weltanschauung Wilsons. Was bewundert man in der heutigen Zeit nicht, wenn man nicht durch irgendwelche Verhältnisse abgedrängt ist äußerlich von der Bewunderung! Als man noch die Großartigkeit und Neuheit der Weltanschauung Wilsons bewunderte, habe ich darauf hingewiesen, wie beschränkt, wie engherzig, wie nirgends in die wahren Wirklichkeitsimpulse eindringend die Vorstellungsart gerade dieser Persönlichkeit ist und wie unendlich zu bedauern es ist, dass die Zeitimpulse eine Geistesart von solcher Beschränktheit wahrhaftig nicht zum Heil der Menschheit auf einen allerwichtigsten Posten der neueren Zeit gestellt haben. Ich glaube daher nicht, dass ich missverstanden werde, wenn ich in objektiver Weise dasjenige zu charakterisieren versuche, was nun in seiner Art kennzeichnen soll dasjenige, was, wie Karl Lamprecht für sein Volk, Wilson für seine Amerikaner gesagt hat.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Der Mensch und das geschichtliche und moralische Leben der Menschheit nach Ergebnissen der Geisteswissenschaft","site_heading":null,"date":"1918-05-03","location":null,"word_count":272,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/71b/1918-05-03/p018","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/71b/1918-05-03/p018"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/71b/1918-05-03/p018","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}