Der Mensch und das geschichtliche und moralische Leben der Menschheit nach Ergebnissen der Geisteswissenschaft

GA 71b/1918-05-03/p029 ·1918-05-03 · original (original)
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Auch wenn wir wachen, wachen wir nur, sehr verehrte Anwesende, mit Bezug auf unsere Wahrnehmungen, auf unser Vorstellungs- oder Denkleben. Wir wachen nicht vollständig mit Bezug auf unsere Gefühlsimpulse. Diese Gefühlsimpulse sind drunten in den Untergründen des Seelenlebens. Was wir von den Gefühlen wachend erleben, was wir in das gewöhnliche Bewusstsein hereinbringen, das sind nur Vorstellungen von den Gefühlen, das verhält sich zu den Gefühlen wie die Erinnerung an Träume, die wir beim Aufwachen haben, zu den Träumen. Die Gefühle sind nicht heller, sind nicht offenbarer in unserer Seele wie die Träume selber. Indem wir ein Gefühlsleben führen, führen wir es in dem Elemente des Träumens. Und nur indem wir unser Gefühlsleben vorstellen, schlagen herauf die Wogen dieses Gefühlslebens vom Unterbewussten in das Bewusste herein.

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