Der Mensch und das geschichtliche und moralische Leben der Menschheit nach Ergebnissen der Geisteswissenschaft

GA 71b/1918-05-03/p030 ·1918-05-03 · original (original)
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Und gar in den Willensimpulsen! Erinnern Sie sich, wie ich von einem anderen Gesichtspunkt aus das vorgestern auseinandergesetzt habe, gar in den Willensimpulsen, da muss man sagen: Da träumt der Mensch nicht bloß, sondern da setzt sich das Schlafleben in seiner ganzen Dumpfheit in dem eigentlichen Element der Willensimpulse in das Tagesbewusstsein herein fort. Was weiß der Mensch, indem er die Vorstellung hat von demjenigen, was er tun wird, wie diese Vorstellung sich auslebt nur in seiner Handbewegung! Was weiß er von dem Mechanismus dieser Handbewegung, von dem Übergang der Vorstellung des Willens in die Handbewegung! Das wird in den Tiefen des Bewusstseins verschlafen. So setzt sich Traum- und Schlafleben in seinen Impulsen in das Wachleben herein fort, und es kommt insbesondere zum Ausdruck jetzt nicht im individuellen Menschenleben; denn mit seinem Individuellen in sich hat es der Mensch so zu tun, dass sein Vorstellungs-, sein Wahrnehmungsleben für ihn, für seine Entwicklung, für dasjenige, was klar vor seiner Seele steht, in Betracht kommt; wenn aber Mensch zu Mensch wirkt, wenn Mensch den Menschen kennen und lieben lernt, wenn Mensch für den Menschen handelt, dann wirken nicht die Impulse des Wahrnehmens und denkenden Erkennens allein, dann wirkt dasjenige, was aus dem traumhaften Fühlen, aus dem schlafenden Wollen von Mensch zu Mensch überspringt. Im sozialen, im moralischen Leben wirkt ein Element über die ganze Menschheit hin, insbesondere über eine zusammengehörige Menschheit, welches verträumt, welches verschlafen wird, ein unbewusstes Element.

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