{"corpus":"steiner","locus":"GA 71b/1918-05-29/p033","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Auch vom Gefühlsleben des Traumes dringt nichts klar zu uns, sondern wir haben nur die Vorstellung davon in uns, aber das, was in Wirklichkeit in uns gedrungen ist, ist nicht das Gefühl, welches wir geträumt haben; denn dadurch entsteht in uns die Täuschung, als ob wir das Gefühl im Seelenbewusstsein hätten, wir haben es aber nicht, sondern es ragt aus der Dämmerung in die Helle hinein und ruft die Vorstellung hervor, sodass wir dann oft verwechseln dasjenige, was wir erlebt haben, mit demjenigen, was wir erträumt haben. Wir glauben auch, dass es beim Willensleben ebenso sei, es ist aber in Wirklichkeit so: Was vonseiten der eigentlichen Willensvorgänge in unsere Vorstellungswelt hineinragt, ist, dass wir uns Begriffe und Gedanken bilden können über das, was wir tun, aber das, was eigentlich verbunden ist mit unserer Organisation und unserem Seelenleben, entzieht sich dem Bewusstsein. Der eigentliche Inhalt des Wollens, die Art, wie solches sich vollzieht, ist vom Anfang bis zur Bewirkung, [zur Bewegung der Hand, zur Ergreifung eines Gegenstandes], ein durch und durch unbewusster Vorgang, ebenso wie es die unbewussten Vorgänge im Schlafe sind. Daher müssen wir sagen: Unser Wachleben ist nicht ein bloßes Wachleben, sondern auch ein Zustand des Unterbewusstseins, eine Art Traumleben, das hineinragt in dieses gewöhnliche Wachbewusstsein.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Das geschichtliche Leben der Menschheit im Lichte übersinnlicher Wirklichkeitsforschung","site_heading":null,"date":"1918-05-29","location":null,"word_count":207,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/71b/1918-05-29/p033","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/71b/1918-05-29/p033"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/71b/1918-05-29/p033","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}