Das geschichtliche Leben der Menschheit im Lichte übersinnlicher Wirklichkeitsforschung

GA 71b/1918-05-29/p037 ·1918-05-29 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Derjenige, der diese Erkenntnis hat, die ich entwickelt habe, der erkannt hat, dass sich diese Erkenntnis verhält zum Tagesbewusstsein wie das Tagesbewusstsein zum Schlafbewusstsein, derjenige, der von diesem Standpunkte betrachtet den Lauf des geschichtlichen Wirkens und der eindringt in den Lauf der geschichtlichen Weisheit, dem wird es klar, dass dieses Verhalten unserer Seele ganz gerechtfertigt ist gegenüber der Natur, gegenüber dem Gedanken, mit dem wir uns die Kenntnis der Natur verschaffen, dass aber diese alte Betrachtungsweise nicht geeignet ist für die Beurteilung des Verlaufes des menschlichen Lebens als Geschichte. Damit ist aber auch gekennzeichnet diese ganze Betrachtungsweise des neunzehnten Jahrhunderts für den Lauf der geschichtlichen Ereignisse: Man weiß nicht, dass die Impulse begründet sind im unbewussten Verlaufe des Lebens und dass sie nicht mit dem gewöhnlichen Verstande erfasst werden können. Wenn man das ins Auge fasst, dann kommt man dazu, sich zu fragen: Was muss anstelle dessen treten, was heute ist?

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/71b/1918-05-29/p037.json
Cite: GA 71b/1918-05-29/p037 · edition original