{"corpus":"steiner","locus":"GA 71b/1918-05-29/p038","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Herman Grimm hat dazu einige ganz richtige Bemerkungen gemacht und er hat manches ganz richtig aufgefasst in Bezug auf die Geschichte der Menschheit und hat ganz klar gefühlt, wie der Geist der Wissenschaft wieder zutage treten kann. Er hat gemeint - und er hat selbst mit mir diesen Gegenstand sehr gründlich besprochen -, dass sein Ideal wäre, die Menschheitsgeschichte so zu betrachten, wie die Impulse sich darstellen als weltwirkende Phantasie. Das ist zwar nicht richtig, dass sich die Impulse so darstellen, aber trotzdem ist Grimm instinktiv auf eine sehr merkwürdige Tatsache gekommen. Er fragt sich vorerst: Was ist zum Beispiel Gibbons Art, geschichtliche Darstellung? Gibbon hat die Geschichte des Verfalls des Römischen Reiches geschrieben, und seine Betrachtung ist geeignet, verglichen zu werden mit der [naturwissenschaftlichen] Erkenntnisart der Gegenwart, [sie ist die Anwendung der Naturerkenntnis für die Geschichte]. Gibbon schildert also den Verfall des Römischen Reiches und alle Kräfte, die darangegangen sind, das Römische Reich zugrunde zu richten, und er kommt nicht darauf, dasjenige, was damals ein aufsteigender Impuls war, richtig zu erfassen, weil er eben nicht erfassen kann, was aufsteigende Impulse sind, mit dem Verstande und der naturwissenschaftlichen Anschauungsart. So kann er erfassen nur dasjenige, was nicht das geschichtliche Leben macht, sondern nur, was entstanden ist, wenn irgendwelche geschichtlichen Impulse schon abgelaufen sind.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Das geschichtliche Leben der Menschheit im Lichte übersinnlicher Wirklichkeitsforschung","site_heading":null,"date":"1918-05-29","location":null,"word_count":213,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/71b/1918-05-29/p038","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/71b/1918-05-29/p038"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/71b/1918-05-29/p038","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}