Das geschichtliche Leben der Menschheit im Lichte übersinnlicher Wirklichkeitsforschung
Die naturwissenschaftliche Theorie hat vielfach Irrtümer mit sich gebracht und vor allem mit Bezug auf die geschichtliche Entwicklung der Menschheit ein gewisses Vorurteil hervorgerufen. Und es wird nicht darauf hingesehen, wie sich die menschliche Seele im Laufe der Zeiten verändert hat, wie sie im Laufe der Jahrhunderte immer eine andere Verfassung angenommen hat. Man betrachtet dasjenige, was in früheren Zeiten die Menschen gehabt haben, wie wenn das alles aus solchen Seelenimpulsen gekommen wäre, die stets gleich sind, und man weiß nicht, wenn man das glaubt, wie sich die menschliche Seele verändert hat, die damals in ganz anderer Weise mit dem menschlichen Leben verbunden war. Wir kennen heute eine solche Verbindung nur im Jugend- und Kindheitsalter des Menschen, wir wissen, wie die Seele eng verbunden ist mit der Lebensentwicklung und wie vom geschichtlichen Laufe des Lebens oft abhängt dasjenige, was sich geistige Entwicklung nennt. Aber mit dem zwanzigsten Jahre hört das auf für den Menschen, es hört auf die enge Verbindung, die man naturwissenschaftlich verfolgen kann, [des Geistig-Seelischen mit der Entwicklung des Leiblich-Körperhaften], und es beginnt sich der Geist zu entwickeln, und diese Periode geht dann mit dem zwanzigsten Jahre zu Ende.
Cite:
GA 71b/1918-05-29/p050 · edition original