{"corpus":"steiner","locus":"GA 71b/1918-05-29/p056","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Blicken wir näher hin, dann müssen wir sehen, dass das Leben heute ein gemeinsames Band über die ganze Erde geschlossen hat, trotz der verschiedenen Weltanschauungen, die sich oft gegenseitig befehden und auch stören. Wir sehen auch Geister wie Lamprecht und Grimm, wie sie ringen mit dem, was sich seit dem fünfzehnten Jahrhundert als Individuum entwickelt und von Jahr zu Jahr lebendiger wirkt. Das sind die treibenden Impulse für unsere seelische und sittliche Betrachtungsweise. Der Geisteswissenschafter braucht nicht neue Begriffe aufzustellen, er findet die Begriffe, die verwendbar sind für jenes Zeitalter, in dem wir leben. Er sucht auch keine neuen Ideale, keine Phantasien, er sucht nur das zu erfassen, worin er in Wahrheit unterzutauchen vermag, und er weiß, dass sich das menschliche Zusammensein ausbilden muss. Wir sagen uns aber im Hinblick auf den Orient: Da [wirkt] etwas, das wir nicht mitmachen dürfen, denn wir würden uns schlecht verstehen, wenn wir glaubten, dass wir das in Mitteleuropa nachmachen könnten. Dasjenige, was im Orient und in unsern Gegenden auftritt, ist ganz verschieden, und man versteht es nur dann, wenn man es in der geschilderten Weise auffassen kann. Dann muss man aber sagen: Es ist so, wie wenn jemand vom Kindesalter sich entwickelt bis zum dreißigsten Lebensjahre. Und nur von diesem Gesichtspunkte aus kann man es verstehen, wenn man diese Wirklichkeiten ins Auge fassen will.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Das geschichtliche Leben der Menschheit im Lichte übersinnlicher Wirklichkeitsforschung","site_heading":null,"date":"1918-05-29","location":null,"word_count":221,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/71b/1918-05-29/p056","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/71b/1918-05-29/p056"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/71b/1918-05-29/p056","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}