Das geschichtliche Leben der Menschheit im Lichte übersinnlicher Wirklichkeitsforschung

GA 71b/1918-05-29/p059 ·1918-05-29 · original (original)
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Es ist merkwürdig, dass gerade Goethe das Wort geprägt hat von dem Wert der Geschichte, indem sie Enthusiasmus weckt. Er hat aber damit nur den Begriff umschreiben wollen, denn die Seelenbegriffe werden nicht aus der Geschichte gegeben, sondern sie werden hervorgeholt aus der unbewussten Tiefe, aber da sie instinktiv sind, treten sie in das Gefühlsleben ein, um wieder hinunterzusinken in die Gefühle und Impulse; und aus demjenigen, was geschaut worden ist durch eine wahre geschichtliche Betrachtungsmethode, wird wieder Enthusiasmus entstehen können, und dann werden wir durch empfindenden Enthusiasmus und durch wahrhafte Geschichtsbetrachtungsweise erst dem Leben gegenüberstehen. Ich weiß, dass heute für viele diese Art der Geschichtsbetrachtung höchst paradox klingt, und dass die meisten nicht einverstanden sind mit der Schlussfolgerung, dass das richtige soziale Denken und ethische Wirken aus einer solchen Betrachtung hervorgehen kann, welcher die geschichtliche Betrachtungsweise des schauenden Bewusstseins zugrunde liegt. Ich weiß, dass wir heute als Phantasten angesehen werden, deren Denkweise noch nicht leicht begriffen werden kann.

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