Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über die Ideen der Freiheit und des sozial-sittlichen Lebens
Als ich kürzlich einen Zyklus von Vorträgen gehalten habe und daher über manches genauer sprechen konnte als hier, wo mir weniger Zeit zur Verfügung steht, habe ich auch darauf aufmerksam gemacht, wie Geisteswissenschaft das Problem des Schlafes, des Traumes ins Auge fassen müsse. Darauf wurde erwidert von derjenigen Seite, die die Psychoanalyse betreibt, daß diese anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft von einer gewissen höheren Erkenntnis spreche, die sich wohl vergleichen ließe in bezug auf die Stärke, mit der sie im Bewußtsein wirkt, mit den im Bewußtsein anwesenden Traumesvorstellungen, daß aber die Psychoanalyse, die ja so aufgeklärt, naturwissenschaftlich sein will, in dieser Beziehung das Richtige treffe, weil sie dasjenige, was der Mensch träume, zu der Erforschung der menschlichen Natur nur so verwende, daß sie in den Äußerungen des Traumes bloß Symbolisches sehe, in alledem, was außer dem gewöhnlichen Bewußtsein auftrete, im sogenannten Unterbewußtsein, nur Symbolisches sehe; während ich zum Beispiel als Vertreter der Geisteswissenschaft dasjenige, was sonst im Unterbewußtsein auftritt, als eine Wirklichkeit nehme.