{"corpus":"steiner","locus":"GA 72/1917-11-30/p037","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Nun, etwas weniger Zutreffendes, etwas in höherem Grade Mißverständlicheres könnte man gar nicht vorbringen. Denn niemals wird in der wirklichen anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft jemandem einfallen, dasjenige, was der Traum darbietet, was unmittelbar Inhalt des Traumes ist, auch nur als symbolisch zu betrachten. Man kann getrost sagen: Wenn Psychoanalyse meint, dadurch hinaus zu sein über die Geisteswissenschaft, daß sie den Traum als etwas Symbolisches betrachtet, so ist Geisteswissenschaft nicht etwa darauf aus, den Inhalt des Traumes als eine Wirklichkeit zu betrachten, sondern sie zeigt sogar, daß dasjenige, was Inhalt des Traumes ist, überhaupt keinen realen Wert, keine reale Bedeutung hat. Dagegen sagt sie: Was im Traume lebt, was im Traume sich betätigt, das hängt zusammen mit dem, wovon ich vorgestern gesprochen habe, was der Mensch kennenlernt als seinen urewigen Wesenskern. Wenn der Mensch im Traume arbeitet - wenn man das arbeiten nennen darf-, so arbeitet ein Überschuß seines gewöhnlichen Bewußtseins im Traume, jener Überschuß seines gewöhnlichen Bewußtseins, der, wenn er durch eine gleich nachher auch wiederum eben prinzipiell zu besprechende Erkenntnis genau angeschaut wird, sich als zusammenhängend erweist mit dem urewigen Wesenskern des Menschen, welcher durch die Pforte des Todes in das geistige Leben eintritt nach dem Tode. Was im Traume lebt, ist auch dasjenige, was nun in unsere Zukunft hineinarbeitet. Aber dasjenige, was der Mensch im Traume erlebt, die Bilder, die er erlebt, die haben gar nichts zu tun mit der dem Traume zugrundeliegenden Wirklichkeit.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über die Ideen der Freiheit und des sozial-sittlichen Lebens","site_heading":null,"date":"1917-11-30","location":null,"word_count":235,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/72/1917-11-30/p037","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/72/1917-11-30/p037"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/72/1917-11-30/p037","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}