{"corpus":"steiner","locus":"GA 72/1917-11-30/p049","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Zu der Anschauung der Dinge kann man aber allerdings nicht kommen, wenn man nur das gewöhnliche Bewußtsein zu Rate zieht. Wie gesagt, ich habe vorgestern darüber gesprochen. Das Genauere finden Sie in meinen Büchern, wie in der «Geheimwissenschaft» und «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», oder zusammengefaßt in meinem Buche «Vom Menschenrätsel», auch wiederum jetzt in meinem neuesten Buche, das in diesen Tagen erscheinen wird: «Von Seelenrätseln». Aber eines möchte ich hervorheben, was gerade für unsere heutige Betrachtung wesentlich sein kann: Die Art des Vorstellens, die für die naturwissenschaftlichen Gedanken voll gerechtfertigt ist, muß eine ganz andere werden, wenn der Mensch voll ins Auge fassen will, was ich jetzt gesagt habe und noch sagen werde. Es ist nicht mit einem so geformten Denken zu erfassen, wie man es mit Recht anwendet, wenn man es mit dem gewöhnlichen Tagesleben zu tun hat. Da reicht man nicht hinunter zum Beispiel in die Gebiete, in denen die Impulse des sozialen, sittlichen, juristischen, ethischen Lebens liegen. Man braucht da Begriffe, welche in viel intensiverer Weise mit der Wirklichkeit verwandt sind als die naturwissenschaftlichen Begriffe. Naturwissenschaftliche Begriffe zeichnen sich gerade dadurch aus, daß die Tatsache, das Wesen außer ihnen ist, daß sie in einer gewissen Weise gar nicht darauf angewiesen sind, unterzutauchen in das Objekt, unterzutauchen in die Objektivität selbst. Mit diesen Begriffen kann man nicht in Geisteswissenschaft eindringen. Um in Geisteswissenschaft einzudringen, ist nötig, daß die Begriffe zusammenwachsen mit dem Leben, daß sie untertauchen in das Leben, so daß sie in sich selber solches Erleben haben, in sich selber solches Erleben vibrieren fühlen, wie es in den Dingen selber drinnen vor sich geht.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über die Ideen der Freiheit und des sozial-sittlichen Lebens","site_heading":null,"date":"1917-11-30","location":null,"word_count":270,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/72/1917-11-30/p049","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/72/1917-11-30/p049"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/72/1917-11-30/p049","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}