Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über die Ideen der Freiheit und des sozial-sittlichen Lebens

GA 72/1917-11-30/p062 ·1917-11-30 · original (original)
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Das Getrenntsein zwischen den sogenannten lebenden Menschenseelen und den sogenannten gestorbenen Menschenseelen überbrückt sich durch Geisteswissenschaft. Es überbrückt sich durch Geisteswissenschaft auf eine ganz exakte Weise. Durch eine ganz exakte Betrachtungsweise muß allerdings das Seelenleben wiederum umgestaltet werden. Wenn auf diesem Gebiete, in das da der Mensch eintritt, wirklich reale Wahrnehmungen gemacht werden wollen — Träume kommen unwillkürlich, dasjenige, was im Traume erlebt wird, kommt unwillkürlich —, wenn der Mensch etwas in sein Bewußtsein hereinbringen will, das wirklich aus dem Gebiete kommt, in dem die Toten leben, dann muß er mit ebensolchen willkürlichen Vorstellungen, aber jetzt höheren Vorstellungen, als die des wachen Tagesbewußtseins sind, weil diese Vorstellungen das Fühlens- und Willensleben umfassen müssen, er muß mit ebenso willkürlichen Vorstellungen den Objekten in der geistigen Welt gegenüberstehen, wie man sonst den Objekten in der Sinneswelt gegenübersteht. Im gewöhnlichen 'Traume kann man nicht unterscheiden das, was einen zwingt vorzustellen, und sich selber. Diese Unterscheidung ist vorhanden, wenn der Geistesforscher dem Leben naht, dem auch die durch den Tod gegangenen Seelen angehören.

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Cite: GA 72/1917-11-30/p062 · edition original