{"corpus":"steiner","locus":"GA 73/1918-10-08/p005","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"In unserer gegenwärtigen Frage über das geistige Leben müssen die Dinge auch anders beurteilt werden können als aus gewissen naturwissenschaftlichen Anschauungen heraus. Man darf sich darüber keiner Täuschung hingeben. Die Sache ist so, daß alles dasjenige, was neu gefunden wird, oder wovon man glaubt, daß es gefunden werden könne in den großen Weltanschauungsfragen, von der allgemeinen Meinung heute schon einmal nach den Anschauungen der Naturwissenschaft beurteilt wird, wenigstens empfindend beurteilt wird. Und zu rechtfertigen gewissermaßen vor dem naturwissenschaftlichen Bewußtsein hat sich heute selbst dasjenige, was aus den tiefsten Untergründen des sittlichen, des religiösen Lebens der Menschheit hervorquillt. Daher muß eine Weltanschauung, die auf die übersinnlichen Erkenntnisse geht, vor allen Dingen heute darauf bedacht sein, ihre Auseinandersetzung zu halten mit demjenigen, was die wissenschaftlichen Forderungen der Naturerkenntnis der Gegenwart sind. Aber gerade darinnen sind Verwechslungen und Mißverständnisse mit Bezug auf das, was hier als anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft gemeint ist, nur zu naheliegend, man möchte sagen, selbstverständlich. Und ich möchte daher diese Vortragsserie heute damit beginnen, daß ich versuchen werde, wissenschaftliche Begründungen — wenigstens im allgemeinen — vor Ihnen vorzubringen für dasjenige, was als übersinnliche Erkenntnis von dieser Anthroposophie angestrebt wird. Ich werde dabei allerdings gerade für den heutigen Vortrag, der weniger populär sein kann als die folgenden drei, Sie um Entschuldigung bitten müssen, da manches scheinbar abstrakter klingen wird, was ich auseinanderzusetzen habe, obwohl es für denjenigen, der in der hier gemeinten Geisteswissenschaft drinnensteht, recht konkrete Erlebnisse sind. Aber es wird auch nicht in allen Einzelheiten der Weg charakterisiert werden können, den anthroposophische Geisteswissenschaft in die übersinnliche Welt hineinführt, sondern es wird nur angedeutet werden können, in welcher Art die auch vor der Naturwissenschaft bestehenden wissenschaftlichen Beweise für sie in der Gegenwart gesucht werden müssen. Die folgenden Vorträge werden die einzelnen Belege gerade auch in bezug auf das Beweisende der Geisteswissenschaft zu erbringen haben.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Ist Eine Übersinnliche Erkenntnisweise Wissenschaftlich zu Begründen?","site_heading":null,"date":"1918-10-08","location":null,"word_count":303,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/73/1918-10-08/p005","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/73/1918-10-08/p005"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/73/1918-10-08/p005","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}