Ist Eine Übersinnliche Erkenntnisweise Wissenschaftlich zu Begründen?

GA 73/1918-10-08/p021 ·1918-10-08 · original (original)
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Man muß, wenn man das ausführen will, was ich hier meine, hindeuten auf einen Philosophen von schönstem Glanze, auf Cartesius, Descartes, den Begründer der neueren Philosophie, der mit seinen Anschauungen wiederum auf denselben Grundlagen steht wie Augustinus. Beiden Denkern wurde das Denken selber zur großen Rätselfrage des Daseins. Die sinnliche Welt wurde ihnen gewissermaßen von Ungewißheiten durchdrungen, aber sie glaubten, wenn sie unmittelbar sich als seelisches Wesen, als Mensch, denkend erfassen, dann kann ihnen dasjenige, was da auftritt im Denken, keine Ungewißheit darbieten. Wenn man sich denkend erfaßt, selbst wenn man alles bezweifelt, wenn das Denken nur im Zweifel besteht und man sagen muß: Ich zweifle denkend — man ist in dem Zweifel, meinten die Denker. Und sie stellten fest den Satz, der, ich möchte sagen, wie ein Leuchtturm durch die Zeiten strahlt: Ich denke, also bin ich.

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Cite: GA 73/1918-10-08/p021 · edition original