Ist Eine Übersinnliche Erkenntnisweise Wissenschaftlich zu Begründen?

GA 73/1918-10-08/p025 ·1918-10-08 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Worin besteht diese Meditation? Sie besteht nicht so sehr in einem Vertiefen des Denkens, sondern in einem Verstärken des Denkens. Gewisse Gedanken, die man sich vorsetzt, die man immer wiederum in das Bewußtsein bringt, bis sie dem Denken so viel innere Dichtigkeit gegeben haben, daß das Denken nicht bloß Denken ist, sondern Erlebnis wird wie ein anderes Erlebnis, das eben ein stärkeres Erlebnis ist als das bloße abstrakte Denken: das ist Meditieren. Das Meditieren macht manchem viel Mühe. Je nach den verschiedenen Anlagen muß man sich mehr oder weniger monate-, jahrelang oder noch länger dabei anstrengen; allein es kann bei jedem Menschen dasjenige Erleben herbeigeführt werden, das hier gemeint ist. Es ist dasjenige, was der Geistesforschung zugrunde gelegt werden soll, nicht irgend etwas, was nur aus Erlebnissen auserlesener einzelner Menschen zustande kommt, sondern dasjenige, wozu jeder Mensch gelangen kann. Wenn das einsame Denken, das abgezogene Denken erkraftet wird, dann wird es ein so lebendiges Erlebnis, wie zum Beispiel die Erlebnisse des Stoffwechsels sind.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/73/1918-10-08/p025.json
Cite: GA 73/1918-10-08/p025 · edition original