{"corpus":"steiner","locus":"GA 73/1918-10-08/p029","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"So liefert uns denn das Naturerkennen ein sehr merkwürdiges Ergebnis. Ohne Denken könnten wir uns über die Natur nicht aufklären. Gerade dasjenige, was, ich möchte sagen, mit dem robustesten Sein vor uns hintritt, das erzeugt in unserem Seelenleben etwas, wodurch wir das Nicht-Sein dieses eigenen Seelenwesens erfahren. In dem Vortrage übermorgen, wo ich über Seelenkunde sprechen werde, wird es sich darum handeln, den Gedankengang in populärer Form dann weiterzuverfolgen. Jetzt aber muß ich auf etwas hinweisen, was geradeso von der anderen Seite her zeigt: Ich bin nicht und erkenne das, indem ich denke, ich bin nicht im Denken - wie diesem Erlebnis ein anderes von einer ganz anderen Seite in der menschlichen Seele entgegenkommt. Es kommt ihm dadurch entgegen, daß es für den unbefangenen Seelenbeobachter etwas gibt, was sich keinem Denken erschließt, was an das Denken nicht heran kann. Wer mit gesundem Sinn die Geschichte der Philosophie durchforscht, wer sich umtut bei denjenigen, die sich ernst mit den menschlichen Erkenntnis- und Lebensrätseln beschäftigt haben, der wird finden, daß immer und überall etwas auftritt im menschlichen Seelenleben, wo der Mensch sich sagt: Wie scharfsinnig du gerade mit deinem an der Naturbeobachtung disziplinierten Erkennen vorgehen willst, du kannst nicht erkennen dasjenige, was sich einschließt in dem Willen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Ist Eine Übersinnliche Erkenntnisweise Wissenschaftlich zu Begründen?","site_heading":null,"date":"1918-10-08","location":null,"word_count":205,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/73/1918-10-08/p029","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/73/1918-10-08/p029"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/73/1918-10-08/p029","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}