Ist Eine Übersinnliche Erkenntnisweise Wissenschaftlich zu Begründen?

GA 73/1918-10-08/p030 ·1918-10-08 · original (original)
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Gewöhnlich verbirgt sich das Rätsel, auf das hier hingewiesen wird dadurch, daß man all die Schwierigkeiten aufzählt, die gegenüber dem Begriff des freien Willens sich erheben. Schopenhauer, der in manchen Dingen scharfsinnig war, aber überall auf halben oder auf Viertelswegen stehengeblieben ist, hat die Vorstellung, die mit dem Denken zu tun hat, auf die eine Seite geschoben, den Willen auf die andere Seite. Allein er hat das Erlebnis nicht genau, nicht scharf genug ins Auge gefaßt, das die menschliche Seele mit dem Willen hat, indem sich alles Denken gegenüber dem Willen spröde erweist. Wir kommen einfach in den Willen nicht hinein. Aber es gibt etwas im Menschenleben, das zeigt sich wiederum der ganz kritischen und unbefangenen Seelenbeobachtung, wo in einer sonderbaren Weise gerade die Impulse des Willens heraufstürmen in das Seelenleben dann, wenn es mit dem Denken, gerade mit dem Denken, das an der Naturbeobachtung gewonnen ist, nichts zu tun hat. Man möchte sagen: Das Denken, das an der Naturbeobachtung gewonnen ist und dasjenige, was aus dem Willen kommt, die können im gewöhnlichen Bewußtseinsleben sich miteinander nicht geistig-chemisch verbinden. Das sind Dinge, die sich fliehen: Naturdenken und alles dasjenige, was vom Willen kommt.

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