{"corpus":"steiner","locus":"GA 73/1918-10-08/p037","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Geisteswissenschaft erfordert einen gewissen inneren Mut, einen gewissen inneren Willen zu einer Sinnesänderung, zu demjenigen, was an Seelenkräfte appelliert, die tiefer hinabsteigen als das heutige Denken gewohnt ist, die aber gerade die Forderungen der Naturwissenschaft voll erfüllen und am allerwenigsten in eine nebulose Mystik hineinführen. Lernt der Mensch wirklich eindringen mit dem vollbewußten, gerade an der Naturwissenschaft herangezüchteten Denken in die Welt, von der ich eben jetzt gesprochen habe, die unterhalb der Traumeswelt webt und lebt, dann gewinnt er die Möglichkeit, eine Anschauung, nicht einen Begriff, aber eine Anschauung zu erhalten von dem Willen, dem freien Willen. Man muß gerungen haben mit dem Problem des freien Willens — ich habe das gezeigt in meiner «Philosophie der Freiheit» -, man muß gerungen haben mit dem Problem der Freiheit und im unmittelbaren Erleben gesucht haben jenen Weg, der so geheimnisvoll sich uns verbirgt hinter demjenigen Seelenleben, in das das Denken ganz offensichtlich nicht hineindringen kann. Wenn man gerungen hat, dann findet man auch den Weg zu einer Anschauung des freien Willens. Dann findet man aber den Weg hinein in die geistige Welt. Denn das vollbewußte Denken, wie es die Geisteswissenschaft meint, das ist imstande, nicht jene kindlichen, irrtümlichen Bilder als Traum hinzuweben über eine unbekannte Wirklichkeit, sondern es webt hinein in die darunterliegende geistige Wirklichkeit, die als geistige entdeckt wird, die imaginative Welt.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Ist Eine Übersinnliche Erkenntnisweise Wissenschaftlich zu Begründen?","site_heading":null,"date":"1918-10-08","location":null,"word_count":221,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/73/1918-10-08/p037","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/73/1918-10-08/p037"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/73/1918-10-08/p037","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}